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Sonntag, 27. Juni 2010

BP: Öl wie Milliarden giftiger Hundeschisse an Floridas Stränden

Destin Florida
Soeben aus dem Freibad zurückgekehrt, knallhart konfrontiert mit den Zuständen an den Stränden der US-Südstaaten: Da können wir uns glücklich nennen, wenn das Badewasser mal etwas verpisst ist …
 
Der Sand wird grossflächig vergiftet, und Regenwasser wird Komponenten dieser grausigen Ölfladen ins Erdreich schwemmen. Das ist die zweite Katastrophe, nachdem die erste das Leben im Wasser zerstört hat.
 

Kind mit klebendem Öl! Destin Beach, Florida, 23.06.2010

Das war einmal …

Sonntag, 16. Mai 2010

Dieter Riechmann: Zum Leben verurteilt

Er ist kein «unbeschriebenes Blatt», kommt wenig sympathisch rüber, seine Biografie ist düster, und als jüngst sein Todesurteil in lebenslange Haft umgewandelt wurde, mochte weder im Qualitätsjournalismus noch in den Blogs grosse Freude aufkommen. So setze ich ein Zeichen als Willkommensgruss im Leben für einen Unbekannten, der 22 Jahre in der Todeszelle ausharrte.


 
Der Hamburger Dieter Riechmann und seine Freundin Kerstin Kischnick verfuhren sich am 25.10.1987 in Miami Florida, landeten in einer dunklen Strasse und fragten nach dem Weg. Als sich ein Schwarzer zum geöffneten Wagenfenster beugte, fiel ein Schuss, der Kerstin tödlich verletzte. Dieter raste panisch davon, traf auf eine Polizeistreife und bat diese um Hilfe.
 
Die Justiz kam nach den folgenden Untersuchungen zum Schluss, Dieter Riechmann hätte Kerstin besonders heimtückisch (als Begünstigter an Kirstins Lebensversicherungen) ermordet und verhängte am 12.08.1988 das Todesurteil über ihn.
 
Riechmanns Anwältin Terri Backhus, vehemente Gegnerin der Todesstrafe, entdeckte während weiteren Untersuchungen eine Menge Manipulationen, entlarvte Lügen und stellte schlicht verheerend dilettantische Ermittlungen im Fall Riechmann fest.
 
Ebenso beschäftigte sich der Fernsehjournalist Peter F. Müller jahrelang mit dem Fall und drehte mit einem Budget von NDR und Arte unter anderen die Filme: «Häftling 113993 - Ein Deutscher in der Todeszelle» und «Todesstrafe für eine Lüge».
Mit seiner Arbeit hat Peter F. Müller zumindest indirekt geholfen, Riechmann vor der Exekution zu retten.
 

 

Zum Leben verurteilt

Der erste und wichtigste Schritt ist getan: Das Leben hat ihn wieder. Doch in der Datenbank hat sich die Tabelle «Riechmann» kaum wesentlich verändert:
«DEATH SENTENCE» (Formel für Todesstrafe) wurde «SENTENCED TO LIFE» (Formel für Lebensstrafe) gewandelt. Der Häftling Nummer 113993 soll hingegen gesagt haben: «Ich gehe hier als freier Mann raus – oder ich sterbe hier.»
 
Sollte Dieter Riechmanns Unschuld bewiesen werden können, wird er in der Tat als freier Mann rauskommen, und ich wünsche ihm, das würde bald geschehen.
 

Links


 

Donnerstag, 7. Januar 2010

9/11-Shirts: Schulskandal mit Symbolgehalt

Damals hielt die Welt den Atem an:
9/11
Die Terroranschläge vom Dienstag, 11. September 2001
kosteten rund 3'000 Menschen das Leben. Die brennenden Türme des World Trade Centers mit der Freiheitsstatue im Vordergrund. Zeitpunkt dieser Aufnahme: etwa 9:30

 
Eine der Normalausgaben
Einige Schüler der «Edsel Ford High School» in Dearborn USA / Michigan liessen sich Kapuzenshirts bedrucken mit der Zahl ELF und ihrem Maskottchen, dem Thunderbird.
 
Grafik der Rückseite wurde so konzipiert, als fliege der Thunderbird die Twins an und ergab mit dem Schriftzug «You can’t take us down» / «YOU CAN'T BRING US DOWN» (Uns kriegt ihr nicht klein / Uns kriegt ihr nicht runter) ein hoch symbolträchtiges Ding.
Auf der Vorderseite stand: «Edsel Ford, class of 2011».
 
Klar, dass das Rektorat die Jungs mal zwang, die Shirts auszuziehen, und auch Gespräche mit den Eltern erfolgten. Von der Schule geschasst soll niemand werden, doch wird die ganze Aktion als geschmack- und pietätlos gegenüber der 9/11-Tragödie empfunden. Ob es sich bei den betreffenden Shirt-Kreatoren wirklich um Arab-Amerikaner handelte, lasse ich mal offen.
 
Wahrscheinliche Vorderseite
Teil der Rückseite
 

Zur Symbolik und den Zusammenhängen

Ob auf dem Shirt ein Donnervogel oder ein Ford Thunderbird die Twins anfliegt ist unerheblich. Die Grafik lässt hingegen ein Ford-Symbol in die Türme rasen und baut so die Tragödie vom 11.09.01 in höchst fragwürdiger Weise nach – selbst wenn die Jungs das ganz anders gemeint hätten …
Henry Ford 30.07.1863 – 07.04.1947
Gründer des Automobilherstellers Ford Motor Company.
Edsel Bryant Ford 06.11.1893 – 26.05.1943
Sohn von Henry Ford
Präsident der Ford Motor Company.
Namensgeber für die «Edsel Ford High School»
Henry Ford II 09 1917 – 29.09.1987
Sohn von Edsel Ford und Enkel von Henry Ford.
Präsident der Ford Motor Company 1945 – 1960.
Ford Thunderbird Der Ford Thunderbird war ein vom US-amerikanischen Automobilhersteller Ford von 1955 bis 1997
Thunderbird Deutsch: Donnervogel
Edsel Ford High School About EFHS
Gegründet 1956 und benannt nach Edsel Bryant Ford

 

Unterschiedliche «Bewertungen» in Online-Umfragen

Zwei Screenshots vom 06.01.2010 um ca. 23:59 zeigen an bloss zwei Beispielen die unterschiedlichen Ergebnisse einer amerikanischen und einer schweizerischen Umfrage. Dieses Verfahren ist keinesfalls repräsentativ, für mich hingegen subjektiv wichtig, da ich einen Menschen aus meiner fernen Familie in WTC 2 verlor.

Links zum Thema

Mittwoch, 4. November 2009

GM zwingt Kanzler-Darstellerin Richtung Boden

Man weiss nicht genau, wann die Würfel bei GM fielen, Opel nun doch nicht an Magna zu verkaufen. Bekannt wurde dieser Entschluss hingegen, während Kanzler-Darstellerin Merkel sich mit einer Rede als historische Figur im US-Kongress zu etablieren suchte.

Eagle versus Wespe Erika
Dabei hatte alles so wunderbar begonnen, als Kohls Mädchen in die Rolle der grossen Opel-Retterin schlüpfte: Sie wolle keine Scheinlösung herbeiführen, wie das seinerzeit die Schröder-Regierung bezüglich der Holzmann-Pleite getan hätte, verkündete die Kanzlerin vollmundig noch letzten Frühling. Dazu wurde ein Paket von rund 1.5 Milliarden Euros geschnürt zur Realisierung dieses durchschlagenden Plans.
 
Nun, wo der Vorhang in diesem Akt des Opel-Dramas gefallen ist, gilt auch diese Merkel-Show vorläufig als beendet, und gespannt darf auf die Erklärungen aus ihrem Lager gewartet werden. Zurzeit wird geheult. Statt weiter auf Teppichen zu wandeln und sich feiern zu lassen, liegt es nun an der Kanzlerin, die Opel-Gelder möglichst rasch wieder einzutreiben.
 
Die Show im US-Kongress war mittelmässig. Die Selbstdarstellung als «Ach-so-vom-American-Dream-gefesselte-Ossi» hätte sich Merkel ersparen können, bevorzugte sie doch damals eher ihre Arbeit für das MfS - selbstverständlich mit sämtlichen Privilegien, die dieser Arbeitgeber zu verteilen pflegte - und setzte sich in die Sauna, während die Leute im Osten auf den Strassen ihr Leben bis zum Mauerfall riskierten. Da besitzt ja Günter Schabowski mit seinen unsagbaren Zettel-Verlesungen vom 09.11.1989 mehr Charisma.

Weitere Blog-Stimmen zum Debakel: