Sonntag, 20. Dezember 2009

Pflanzenklappe oder Benjamin aus der Mülltonne

In Babyklappen abgelegte Kinder bleiben meist eltern- und wurzellos, ein Zustand, der dem Recht auf Kenntnis der Abstammung widerspricht. Die Gewächse der Pflanzenklappe haben es diesbezüglich besser: Sie vermissen keine Eltern und werden nach bestem Wissen und Gewissen an geeignete «Adoptivpfleger» vermittelt.

Das Projekt «botanoadopt», a plants right project by 431art.org von Haike Rausch und Torsten Grosch hat dieses Jahr mehr als 170 Pflanzen vor dem Mülltonnen-Tod bewahrt. Ungefähr 80 Pflanzenwaisen wurden bereits zur Adoption freigegeben.
 
Dabei verläuft alles nach klaren Regeln: Ist erst mal die Eignung der Adoptivpfleger ermittelt worden (12 Fragen), entsteht ein ausgeklügelter Adoptionsvertrag mit 11 Haupt- und etlichen Unter-Paragraphen. – Eine tief ernste Angelegenheit also, gegen das Degradieren der Pflanze zum blossen Handelsobjekt und gegen deren permanente Misshandlung.
 
Mein Ficus Benjamini musste vor ca. zehn Jahren nicht in die Klappe, er fiel auf den Boden, als die überfüllte Mülltonne eines Supermarkes in einen LKW geleert wurde, ich hob ihn auf und nahm ihn mit.
Benjamin aus der Mülltonne

90er-Jahre: Gefunden im Abfall eines Supermarkts, entwurzelt und ca. 12cm hoch mit etwa 5 Blättern.
Heute ist er ca. 150cm hoch und wächst frei vor sich hin ...

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Kommentare:

Perlenschwein hat gesagt…

Hallo,
ich wollte eigentlich ne Mail schreiben und mich für die Aufnahme in die Blogroll bedanken. Da ich aber keine Mailaddresse finde, poste ich meine vorweihnachtlichen Dank nun eben in diesen Kommentar. Dankeschön.

Viele Grüße von Johannis aus Dortmund

web.quantensprung hat gesagt…

@Johannis
Perlenschwein ist schon länger da. Habe die Mail-Adi nun eingebaut. Dazu entdeckte ich über Dich «Verenas Weltlaterne».
Ich wünsche frohes Feiern allerseits !
quantensprung

Verena hat gesagt…

Was und wen man über das Perlenschwein alles entdecken kann! Ich bin entzückt; sage an dieser Stelle: Danke fürs Aufnehmen in deine Blogroll und verabscheue mich in den Feierabend.

Schöne Grüße
Verena