Montag, 8. Februar 2010

Datenklau: Dringende Bitte an die Data Shoppers

Der Daten-Handel läuft zwar, wenn auch etwas träge. Nach ca. 10 Tagen wurden erst drei (NRW, Baden-Württemberg, Bayern) der 16 Bundesländer bedient. Das bedeutet angesichts der Gleichbehandlung eine inakzeptable Benachteiligung von 13 Ländern. Schliesslich sollten alle Bundesbürger an diesen lustigen Hehler-Events teilnehmen dürfen – selbst wenn sie es nicht möchten.

Obwohl die Rechtswillkür in Deutschland gerade Saison hat, könnte es dadurch zu unerwarteten Frustrationsentladungen kommen, Aktionen, die der ganzen Sparerei und Geldeintreiberei insbesondere der Bundesregierung eindeutig gegenliefen.
 
So bitten besorgte Betrachter dieses Treibens, umgehend das Datenhandelsbeschleunigungsgesetz in Kraft zu setzen. Weil in Deutschland aus güterabwägenden Gründen zwischen Recht und Unrecht nicht mehr gross unterschieden werden muss, können diesbezügliche Entwicklungs- und Testphasen geruhsam übergangen werden, was sich denn auch enorm kostensparend auswirkt.
 
Es sei schliesslich bescheiden darauf hingewiesen, dass beim Handel mit gestohlenen Schweizer Objekten in der Sächsischen Schweiz es in der Hast der Gier zu unliebsamen Verwechslungen kommen könnte: Also bitte nicht in Sachsen klauen und in die Schweiz verkaufen ...
 
Der ultimative Hehlerrohling zur freien Verfügung
Sollten während des Beschleunigungsverfahrens die Rohlinge alle werden, kann hier für Nachschub gesorgt werden: Einfach kopieren! - Sie wissen schon …
Sollten die geklauten Schweizer Bankdaten alle werden, handeln Sie am besten nach der Methode: «Absaugen von Datenbanken wie's gerade kommt». Direkter Diebstahl erspart so manchen Nacht- und Nebelgang, und der unwürdige Handel mit Kriminellen fällt weg.
 

Kommentare:

Titus hat gesagt…

Ich vermute, die deutschen Bundesländer werden vor allem deshalb ausgebremst, weil es für den Datenhandel noch keine EU-Norm gibt. Darum müssen die zuerst auf die Brüsseler Bürokraten warten. ;-)

Schliesslich haben ja auch noch anderen Länder ihr Interesse an den geklauten Daten in Frankreich und Deutschland bekundet...

quantensprung hat gesagt…

@titus
Mir kommt gerade in den Sinn, dass die EU den Datenklau über Swift-Server hätten tätigen können, irgendwann im letzten Jahr. Der Verkauf an die Bundesländer wäre so eigentlich nur noch eine Verteiler-Show. Gerechnet wird diesbezüglich mit möglichst vielen Selbstanzeigen.

Nachdem die Schose im EU-Parlament nun gelaufen ist, könnten sie diese Scheinverkäufe quasi unter Loslassen aller Bremsen über die Bühne gehen lassen.
Dem Swiss Bashing werden wahrscheinlich irgendwelche Exklusiv-Nötigungen und –Erpressungen folgen. Schaun mer mal.