Montag, 14. Juni 2010

Thilo Sarrazin: Über die Natur der Dummheit

Thilo Sarrazin hat mit seinem Verbalwurf von letzter Woche in Südhessen die deutsche Identität neu geprägt: Alles ist Natur, insbesondere die Zuwanderung, die Statistik und die Verdummung.

Sehr frei zitiert nach dem Grossmeister Sarrazin sieht das etwa so aus:

«Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer. Zuwanderer aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika weisen weniger Bildung auf als Migranten aus anderen Ländern.
[ … ]
Einwanderer bekommenen zudem mehr Kinder als Deutsche. Es gibt eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz.»


 
Das nennt man auf den Putz gehauen, bis er den Einwanderern um die Ohren fliegt, und es bleibt verborgen, wieso Deutschland nicht quasi eigenen Rechts verdummen kann. Nach einleitender umwerfender Illustration mache man sich ans Philosophieren:
Deutsches oder Einwanderer – Hirn
Ob Merkel das eigene Hirn oder jenes Sarrazins präsentiert, bleibt ungewiss. Verständlicher wird die Geschichte auf jeden Fall, wenn's die grauen Zellen der Kanzlerin wären, das entspräche immerhin ihrem politischen Wirken.
 
Wär's der Denkapparat des Sarrazin, … ach nee, eigentlich mag ich den Kerl.
 
Es könnte sich natürlich auch um das Hirn eines natürlich eingeflogenen, eingefahrenen oder einmarschierten Einwanderers handeln. Dort, wo die Bildung stecken sollte, wäre es wahrscheinlich hohl oder mit jener Dummheit angereichert, die dem Sarrazin derart auf den Wecker geht. Hätte sich der Herr etwas über den Nürnberger Trichter informiert, wäre die Volksverdummung rasch behoben, und die Leute hätten, statt sich unsinnig aufzuregen, ordentlich fischen gehen können.
 
Schliesslich könnte die Kanzlerin natürlich auch die Hirnis ihrer Kollegen eingesammelt und daraus ein voll entwickeltes Bildungshirn deutscher Prägung zusammengeknetet haben. Das widerlegte zwar Sarrazins These von der eingewanderten Dummheit, zeigte aber deutlich, wie wenig Hirn man zum Politisieren braucht. - Auch wieder eine sehr natürliche Angelegenheit eingedenk der sich im Bundestag befindlichen Wildsäue und Gurkentruppen.
 
Als Lösung für Sarrazins missliche Lage bietet sich das Auswandern nach Athos an. Dort gibt's zwar Touristen, es herrscht hingegen relativ wenig Einwanderung, man ist gebildet, hat seine Ruhe und muss sich nicht vermehren. Als Ersatz könnte Garri Kasparow nach Deutschland geholt werden, was sowohl den durchschnittlichen IQ als auch den durchschnittlichen Bildungsgrad Deutschlands enorm steigerte.
 

Kommentare:

kieselsteine hat gesagt…

Hallo Quantensprung

Es fragt sich natürlich auch, ob man Dummheit nicht doch besser vorziehen sollte. Wenn man sich so anhört, was Wirtschaftsexperten in den letzten Jahrzehnten so zum Lernen vorgeworfen bekamen.
Da könnte einem ab all dem Gescheiten, Zweifel kommen.
Selbst Dummheit ist ja erlernbar.
Diejenigen, die sich aus was für Gründen auch immer weigern, vorgekauter Lernstoff ohne Hinterfragung eintrichtern zu lassen, werden auf dem Arbeitsmarkt sehr bald merken, wie wenig noch übrig bleibt.
Steht man solchermassen Jahrzehnte lang auf dem Abstellgleis, fängt man wohl oder übel an, an seine Dummheit zu glauben, selbst wenn das dumm ist.


Liebe Grüsse
patrick

web.quantensprung hat gesagt…

@kieselstein
Da hast Du allerdings recht:
Bei Bankexperten scheint Bildung nicht mehr gebracht zu haben ausser Entfaltung krimineller Kräfte, die ganze Völker wirtschaftlich in die Knie zwingen.

Was ich oben nicht schrieb:
Sarrazin stellt Bildung und Dummheit quasi gleich und verzichtet darauf, zu beschreiben, was er denn als Bildung betrachtet. Es ist anzunehmen, er meine Lesen, Schreiben und Rechnen – selbstverständlich in deutscher Sprache.

Vielleicht sollte man ihn dazu anhalten, einen armenischen Dialekt zu lernen, und danach die Wurzel aus 128'654'993'473.59 zu ziehen– selbstverständlich in armenischer Sprache.

Es gilt dabei zu bemerken, dass Sarrazin zum Lernen keine Bücher aber pro Woche ein A4-Blatt Zeitungspapier erhält, auf dessen weissen Rändern er Notizen machen kann. Ferner erhält er noch ein Drittel seines Nahrungsbedarfs und kriegt ein Glas Wasser, sollte er erkranken.

Über die Lernbarkeit von Dummheit hat Jürg Jegge das Buch geschrieben: «Dummheit ist lernbar»
Leider besitzt er keine Web Site mehr. Hier ein Link zum «elearn blog»

kieselsteine hat gesagt…

Ja genau

Auf Jürg Jegge habe ich auch angespielt. Ich habe ihn vor fast dreissig Jahren einmal live gesehen und gehört mit seiner Gitarre. Wunderbar, was er alles schon gezeigt hat. Leider ist sein Wirken noch so gut wie gar nicht angekommen bei der Bildungselite. Ist aber auch Verständlich. Eliten hören es nicht so gerne, dass ihr hoher Stand eventuell nicht wirklich berechtigt ist.
Da ist es doch viel schöner Dummheit zu lernen, damit die eignen Arroganz dann besser glänzen kann. Zu dem Zweck haben wir in der Schweiz auch das wunderbare Kastensystem mit Realschülern, Sekundarschülern und den alles aus der Hand Fressern, den Gymnasiasten. Solche Stempel wirken selbstverständlich lebenslänglich.
Du bist in Deinem Beitrag auch noch auf die Inn und Ausländer eingegangen. Auch das eignet sich in jedem Fall sehr gut um aus zu grenzen.
Ich habe einmal mit einem Chemiker aus dem Irak zusammen gearbeitet.
Wir hatten beide einen Hilfsjob in einem Lager. Er weil sein irakischer Universitätsabschluss in der Schweiz nicht gültig war und ich weil ich als Jugendlicher zu trotzig war und aus der Schule geflogen bin. Dumm eben.

web.quantensprung hat gesagt…

@kieselstein
Hey Klasse! Ich habe Jörg Jegge mal an einem Anlass erlebt, als er über das Unglück jener sprach, die Dummheit erlernen müssen. Schulsysteme befassen sich, wie Du sagst, nicht gerne mit ausserordentlichen Persönlichkeiten, deshalb schmieren dort auch Hochbegabte ab, falls sie nicht von andern erkannt und rausgeholt werden.

Trotzig und dumm warst also.
Deshalb bezeichnet Dich nun The New Male in «Reality Show» als «… extremely creative artist …».
Ein schöner Fakt, sie haben Dich also nicht runtergekriegt.

Dr. Thilo Sarrazin hat gesagt…

Nun, meine Herren,
in wenigen Jahren schon werden Sie feststellen, daß ich Recht hatte.
Wie dem auch sei, ich werde auf natürlichem Wege immer wohlhabender und mein Leben genießen, während Sie wiederum für die Verdummung aufkommen müssen werden.