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Montag, 14. Juni 2010

«Innerer Reichsparteitag» ist Ostern und Weihnachten zugleich

Mich ereilte soeben ein AHA-Erlebnis erster Güteklasse unter dem Motto. «Auf Regen folgt Sonnenschein». Nach anfänglicher Aufregung stellt die Welt klar: «Innerer Reichsparteitag» ist Berliner Mutterwitz.
Danke Welt, jetzt kann man Deutschland wieder liebhaben.

Ich hatte mich mächtig aufgeregt, vor allem, weil der Moderatorin die Redewendung so rasch und locker über die Zunge ging. Dazu kam, dass Olli Kahn übernahm, ohne eine Miene zu verziehen.
 
Video gefunden über Readers Edition:

Aber wieso denn eine Entgleisung?

Auf der Web Site des ZDF steht hingegen unter «DFB-Team startet mit Schützenfest»:

«Zuschauer-Kritik gab es an einem Ausrutscher von ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die in der Halbzeit gesagt hatte:
 
´Das ist für Klose doch ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft.´
 
ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz erklärte dazu:
´Es war eine sprachliche Entgleisung im Eifer der Halbzeitpause. Wir haben mit Katrin Müller-Hohenstein gesprochen, sie bedauert die Formulierung. Es wird nicht wieder vorkommen.´»

AHA !

Da Mutterwitz nicht entgleisen kann, war das Schützenfest derart bombastisch, als fielen Ostern und Weihnachten zeitlich zusammen und hüpfte der Osterhase dem Weihnachtsmann fröhlich in den Sack.
 

Da bleibt: Sich freuen für Deutschland und
allen eine schöne WM-Zeit wünschen!


 

Unter vielen Links

Freitag, 14. Mai 2010

Claro, Joe Ackermann! – Die EU wird Mitglied der Schweiz

Dem Gespräch zwischen Maybrit Illner und Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, entnehme ich die Komponenten: EU als Mitglied der Schweiz und der Zweifel Ackermanns an der Genesungskraft des Patienten Griechenland.

ZDF 13.05.2010:
• Retten wir den Euro oder die Spekulanten, Herr Ackermann?
• Video in ZDFmediathek


 

Ein Wunder: Die EU ein Mitglied der Schweiz …

Maybrit Illner

Maybrit Illner
Bild : Screenshot ZDFmediathek Retten wir den Euro …

[ab ca. 00:52:10]:
Und noch eine letzte Frage, die sich spassiger anhört, als sie gemeint ist:
 

Was glauben Sie ist wahrscheinlicher : Dass man in zehn Jahren in der Schweiz mit dem Euro bezahlt oder aber in Deutschland wieder mit der D-Mark?

 
Josef Ackermann

Josef Ackermann
Bild: Screenshot ZDFmediathek Retten wir den Euro …

lacht …  
Also die Schweiz ist das einzige Land, das im Moment die Maastricht-Kriterien einhält, so dass man sagen kann, die EU müsste eigentlich Mitglied der Schweiz werden, aber […] das wird nicht geschehen, deshalb glaub ich, dass wir beide einen starken Euro haben werden in Deutschland und ich hoffe, einen nicht allzu starken aber stabilen Schweizer Franken in der Schweiz.

 
Ich hätte mit einer Mitgliedschaft der EU überhaupt keine Probleme und würde für diesen einstigen Schönwetter-Verein gerne ein Schlechtwetter-Programm gestalten, das sich seinesgleichen sucht und Rettungsschirme grundsätzlich erübrigt.
 

Ansteckungsgefahr aus Griechenland

Da hat Josef Ackermann für den oberflächlichen Zuhörer offenbar ins falsche Töpfchen gegriffen. Von Zahlungsmoral sagt Ackermann nichts. Er spricht von längerfristiger Leistungskraft, und die vermag kein verarmtes Land locker aus dem Ärmel zu schütteln. [ab ca. 00:09:25]:

« … Bei Griechenland braucht es unglaubliche Anstrengungen, dass Griechenland je in der Lage sein wird …
… Aber wir müssen Griechenland stabilisieren, weil es allein, wenn Griechenland jetzt fallen würde, mit grosser Sicherheit auch auf die andern Länder übergreifen wird, und das wäre dann mit einer viel grösseren Problematik, einer Art Kernschmelzung, verbunden.
 
Deshalb müssen wir den südeuropäischen Raum stabilisieren. Aber ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln.»


 

Ausgewählte Zitate der Tagespresse

• SPIEGEL ONLINE – 14.05.10
Ackermann vergrätzt Merkel

«Die Kanzlerin stellt sich gegen den Chef der Deutschen Bank. Weil Josef Ackermann öffentlich Zweifel an Griechenlands Zahlungsmoral geäußert hat, ist Angela Merkel offensichtlich verstimmt: Über ihre Sprecherin lässt sie dem mächtigen Finanzmanager ausrichten, derlei Sätze seien grund- und nutzlos.»


• Handelsblatt – – 14.05.10
Vatertag mit Ackermann:
Deutsche-Bank-Chef zweifelt öffentlich an Griechenland

«Der Höhepunkt war dabei in der ZDF-Sendung schon ziemlich früh erreicht - Ackermanns Zweifel an der Fähigkeit der Griechen, ihren immensen Schuldenberg von 300 Mrd. Euro zu bedienen und abzutragen, haben jedenfalls das Zeug zum Klassiker.»


• Sueddeutsche – 13.05.10
Als Josef Ackermann die Kernschmelze entdeckte

«Man kann sich gut vorstellen, wie die PR-Strategen der Deutschen Bank gesagt haben: Lieber Chef, große Euro-Krise, wichtige Talkshow - da will man unser Haus hören! Da müssen Sie hin, Herr Ackermann! Und so pilgerte der Mann, den sie "Joe" nennen, zu Maybrit Illner ins ZDF-Studio.»


• Financial Times Deutschland – 13.05.10
Deutsche-Bank-Chef sollte einfach mal den Mund halten

«Der Chef der Deutschen Bank ist kein Oppositionspolitiker, der angebliche Wahrheiten "ja wohl mal wird sagen dürfen". Er ist ein in die Politik verdrahteter Großinvestor. Seine Worte haben an den Märkten so viel Gewicht, dass sie zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu werden drohen. Einem, der in Krisenzeiten im Kanzleramt ein und aus geht und dort Geburtstag feiert, traut man zu, dass er über die Lage Bescheid weiß. Im schlimmsten Fall mutmaßen die Märkte, dass die Bundesregierung seine Einschätzung sogar teilt.»


Bei der FTD gibt's auch eine Umfrage:

Zur Umfrage
Resultate 14.05.2010 ca. 17:00

Stand: 14.05.10  –  ca. 17:00

Update 15.05.2010 ca. 15:00
Update 20.05.2010 ca. 12:00

Blogger-Links

Samstag, 28. November 2009

Nikolaus Brender: Ein schwarzer Tag für Deutschland

Als der STERN am 26.02.2009 berichtete, der «Streit um ZDF-Chefredakteur eskaliert», hatte man noch einige Monate und schliesslich die Kanzlerwahl vor sich, um zu hoffen, ein solcher GAU bezüglich der Rundfunk-Freiheit sei abwendbar. Die Realität zeigte letzten Freitag das Gegenteil: Der GAU ist eingetreten, diese Freiheit ist verletzt und damit die Meinungsfreiheit aller Bürger beschnitten.

Nicht dass man dem Grundlagenirrtum verfallen sollte, bis zum 27.11.09 sei in Sachen Rundfunk- Medien- oder Meinungsfreiheit alles zum besten bestellt gewesen. Versuche der Gleichschaltung der Medien mit politischen Interessen sind leider zum Standard geworden.
 
Doch was in der Sache «Abwahl von Nikolaus Brender» abging, schlägt dem Fass den Boden aus. Da kommt tatsächlich ein Roland Koch im Schlepptau der CDU (samt der Ex-MfS-Mitarbeiterin, der Kanzlerin) daher und meint er müsse (als schliessliche Ausrede) die «Management-Fähigkeiten» eines Chefredaktors beurteilen, und diese Fähigkeiten seien eben schlecht.
 
Roland Koch, CDU, sollte seine Platte in der Tat runterdrehen! Die Rundfunkfreiheit wird im Grundgesetz Artikel 5 betont zu Stabilisierung des Freiheitsrechts. Und dieses Freiheitsrecht gehört dem deutschen Volk, nicht diesem Herrn exklusive.
 
Dass er nicht in der Lage ist, einen Chefredaktor zu beurteilen, wurde soeben bewiesen. Sich zu erdreisten, auf der Abwahl Nikolaus Brenders zu bestehen, und definitiv einen «Einheitsrundfunk deutscher Nation» einrichten zu wollen, ist ein absurdes Wagnis, zu dem ihn sicherlich die Kanzlerin beglückwünschen würde.
 
Dieser fällt so eine Einheitsregelung nicht auf, die ist sich Einheitliches gewohnt: Wer fürs MfS arbeitete und nun in der Funktion der Kanzlerin dem Volk gegenüber nicht bereit ist, seine Stasi-Akte zu öffnen, ist und bleibt diffus, unentschlossen und stets anrüchig. Das Thema «IM-Stasi» ist kein Thema bloss der Linken, es führt mitten ins Kanzleramt, zu jener Frau, die während des Mauerfalls in der Sauna sass, während die Ossis in den Strassen ihr Leben riskierten.
 
Beck! Lafontaine! Gysi, Platzeck und all die vielen anderen!
Europa und Deutschland brauchen Sie!
Beenden Sie Ihr Wundenlecken und stehen Sie auf!
Es heisst jetzt: «An die Säcke»! Gegensteuerung ist angesagt!
Befreien Sie Deutschland vom CDU/CSU-Einheitsrundfunk!
Verhindern Sie den neuen Schritt zur Gleichschaltung!

Bloggers und Web Sites zum Rundfunk-GAU

Videos

  1. ZDF-Verwaltungsrat - Brender muss gehen
  2. ZAPP: Überwältigende Unterstützung für Nikolaus Brender
  3. Wie der politischer Einfluss auf die TV-Anstalten funktioniert
    (Zitat vom 10.08.2001)
  4. Schächter bedauert negatives Votum
  5. Kurt Beck über die Entlassung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender