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Sonntag, 9. Januar 2011

SRG: Die Pein mit dem Kopftuch

Wie der «Service public» ist auch das Tragen eines Kopftuchs am Arbeitsplatz (leider immer noch) Dauerbrenner in Schweizer Stuben. Der neue Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, Roger de Weck, wird nun als einen seiner ersten gegen aussen hin erkennbaren Entscheide über das «Kopftuch am Arbeitsplatz» zu urteilen haben.

SRG + Kopftuch – unvereinbare Grössen?
Anlass zu einem möglichst raschen Entscheid bietet die Bewerbung einer schweizerisch-ägyptischen Journalistin beim Westschweizer Radio RSR, die offenbar das Tragen des Kopftuches als «selbstverständliche Bedingung» eingebaut hatte. Nun sucht die SRG nach einer Richtlinie für das Tragen religiöser Symbole. Dass das Problem, diese Richtlinie zu erstellen, seit mehr als einem Jahr ansteht, scheint für die dahinserbelnde SRG kein Problem darzustellen.
 
Der amtierende Generaldirektor wird nicht alleine entscheiden müssen: Die gesamte Geschäftsleitung wird sich um das Thema bemühen, zudem wird am 20. Januar der Publikumsrat die Sache thematisieren und, obwohl ohne Entscheidungsbefugnis, versuchen, den Entscheid zu beeinflussen. Für Einfluss sorgen ebenfalls Politiker: Puristen brüllen, der Service public schlösse das Kopftuchtragen aus, während die etwas Toleranteren der Spezies kein grundlegendes Problem im Tragen dieses Textilgebildes erkennen.
 
Nun, der Entscheid wird für etliche in jedem Fall falsch ausfallen. Was soll's?
Die Mikrofone werden wohl kaum entsetzt sein, und wenn die lieben Arbeitskollegen keine Mitarbeiterin mit Kopftuch ertragen, scheint es mit der Journalisten-Persönlichkeit nicht gerade zum Besten bestellt zu sein.
 
Roger de Weck hat sich rein zu Testzwecken mal so ein Ding auf den Kopf gesetzt. Schaun mer mal, was draus wird. Ein bisschen einsam sieht er schon aus. Aber wenn's dem Service public dient …
 
Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR idée suisse

Was ist der Service public?

« … Der Bundesrat definiert den Service public folgendermassen:
«Service public umfasst eine politisch definierte Grundversorgung mit Infrastrukturgütern und Infrastrukturdienstleistungen, welche für alle Bevölkerungsschichten und Regionen des Landes nach gleichen Grundsätzen in guter Qualität und zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehen sollen.»
[ … ]
Die Grundversorgung ist eine politisch zu bestimmende Basisausstattung mit Infrastrukturgütern und -dienstleistungen, die je nach Sektor im Einzelfall zu definieren und den sich ändernden technischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen anzupassen sind.

Damit bildet der Service public überhaupt keine Konstante, sondern ist eine hoch veränderbare Variable, die nach irgendwelchen ebenso variablen Bedürfnissen, Stimmungen oder der Tageskondition der jeweiligen Entscheider neu definiert werden muss.
 
Politiker, die nun mit dem Service public argumentieren, spielen also mit einem Gummiartikel und vergessen einmal mehr, dass die Schweiz und damit die SRG eingebunden sind in die Vielfalt von Kulturen, Religionen und Persönlichkeiten.
 
Dazu kommt, dass es sich beim Radio um ein Empfangsgerät handelt, das keine Auskunft darüber gibt, wie der/die Mitarbeiter/in gekleidet ist. - Wer schon mal ein sprechendes Kopftuch gehört hat, soll sich bitte nicht melden – mit Verrückten möchte ich mich diesbezüglich keineswegs unterhalten!
 
Service public ist das, was beim Volk ankommt.
Da spielt es keine Rolle, ob die Texte Herstellende ein Kopftuch trägt oder nicht.
 
Anders könnte es beim Fernsehen sein: Inhalte eines Eventual-Service-public würden von einer Kopftuchträgerin sprich: Muslimin verkündet, was die Bürger irritieren könnte.
 

Raschida Bouhouch

Doch wie sah es am 24.01.2010 bei 20Minuten aus?

«… Dass Bouhouch ein Kopftuch trage, sei bei ihrer Einstellung kein Thema gewesen: «Sie ist für die Stelle bestens qualifiziert. Wann sie ein Kopftuch tragen will, überlassen wir ihr», so Wappler …»

Eine hoch innovative Spielerei: Eine Muslima bringt eine Sendung über Chanukka auf einem sog. christlichen Sender …
Das war Fernsehen.
Wer war dagegen? Die Juden? Die Christen? Die sehr schlichten Gemüter?
Raschida stellt sich im Video vor.
 

Diese Verreligionisierung der Gesellschaften …

Ja, ja, ich weiss, es handelt sich um eine Wortschöpfung, und sie soll auch miese daherkommen.
 
Die Christen werden offenbar hoch religiös, wenn sie ihren Glauben, – vor allem aber - ihr Kapital durch die Muslime bedroht sehen. Es gab schon eine frühere angebliche Bedrohung: die durch die Juden. Das Problem wurde anderweitig gelöst, nicht durch die SRG und schon gar nicht durch den Schweizer Service public …
 
Heutzutage verhält man sich hygienischer: Man schafft Vorschriften, Verordnungen und Gesetze, fühlt sich ganz wunderbar dabei und so ungemein rechtsstaatlich. Fantasielosigkeit, Partei- und Wirtschaftspolitik bestimmen den Weg und das Ziel. – Nein, nein, nie mehr die Nürnberger Gesetze!
 
Man versucht verzweifelt, sich abzugrenzen. Existiert der Feind nicht, wird er kreiert, sei es auch bloss in Form eines Kopftuchs. «Das Kopftuch – Dein Feind», heisst es, und die simplen Gemüter hüpfen vor Freude, denn endlich haben sie etwas begriffen!
 
Doch es braucht Fantasie zum Überleben.
Roger de Weck, wir wollen überleben. Seien Sie fantasievoll.
Sie können das, Sie haben es gezeigt.
Was wäre aus Lena geworden, hätte sie Kopftuch getragen?
 

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Islam-Prediger Pierre Vogel quittiert Durchsuchung mit Drohungen.

Gestern Morgen durchsuchten deutsche Sicherheitsbehörden in drei Bundesländern Privat- und Vereinsräume der «Einladung zum Paradies» (EZP) und des «Islamischen Kulturzentrum Bremen» (IKZB). Vogel gehört dem EZP an, das definitiv nicht mit der «Europäische Zentralbank» (EZB) in Frankfurt am Main verwechselt werden sollte …

Pierre Vogel, Sunnit & Konvertit

Pierre Vogel – alias
Abu Hamza

So kam auch Prediger Pierre Vogel in den Genuss einer Durchsuchung, die er mit einer Drohung gegen den Verfassungsschutz und Frau Merkel quittierte.
 
Einige Fragmente stehen unter dem Bild zum Video.
 

Ein bisschen Friede, ganz viel Scharia und viel, viel Hölle …

Das Video wurde am 16.12.2010 entfernt bzw. der Zugriff verweigert.
Was bleibt ist ein schauerlicher Screenshot, als Zeuge, wie Pierre Vogel
die Razzia und wahrscheinlich die eigene Hölle sieht.

zu Vogels Islam-Antwort auf die Razzia

Zur Seite Vogels mit dem (noch vorhandenen Video)

razzia_pierrevogel_101215_03.jpg
Ich weiss nicht, ob Vogels Restvernunft gesiegt hat oder der Verfassungsschutz das verdammende Video entfernte. Hoffentlich hat der Prediger nun bemerkt und begriffen, wie seine verrückte «Auslegung der Sharia» in Konflikt mit dem Grundgesetz treten kann.
 
 
 
[∅]audisch nicht verstanden
ViolettDirekt an Verfassungsschutz / Merkel

Fragmente aus dem Video

 
In jedem Fall wurde Razzia gemacht, weil man Angst hat, dass wir in Deutschland die Mehrheit gewinnen und dann über demokratische[∅] das Grundgesetz abschaffen und die Sharia aus [∅]
 
Für jeden Muslim ist klar, dass die Sharia das Gesetz ist, das ihn ins Paradies bringt. Und das Grundgesetz ist das Gesetz, das einem garantiert, wenn man sich daran hält, dass man nicht in den Knast geht.
 
Das ist eigentlich eine Schande, eine Schande für die Demokratie, dass man bei Leuten, Leuten zu Hause eindringt, während die sich im Rahmen des Grundgesetzes befinden, die kein nicht vorbestraft sind, die nicht zu einer Straftat aufgerufen haben, dass man zu ihnen zu Hause reingeht, weil man Angst hat, dass sie die Bevölkerung, die gesamte Bevölkerung oder die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands vom Islam überzeugen können.
 
[Part über den Vergleich der Situation der Muslime heute mit dem Holocaust. Teilweise unverständlich und vom Inhalt her zum Erbrechen.]
 
Ab ca. 08:30
Wie gesagt, Verfassungsschutz und Co. , die sollen sich alle was schämen, Merkel soll sich so etwas von schämen, und ich kann nur sagen nochmals, Verfassungsschutz und Frau Merkel … der Islam ist die einzige Rettung vor ewiger Bestrafung der Hölle.
 
Ab ca. 09:00
Und wenn Sie Frau Merkel und auch jene Verantwortungslosen vom Verfassungsschutz und Co., wenn Ihr heute sterbt, ohne den Islam angenommen zu haben, oder morgen oder übermorgen oder in hundert Jahren von mir aus, dann werden Sie danach für alle Ewigkeit in die Hölle gehen.
Für alle Ewigkeit werdet Ihr in die Hölle gehen, wenn Ihr in diesem Zustand sterbt.

 
Ab ca. 10:50
Schaut Euch unsere Videos an – auch Ihr vom Verfassungsschutz – und nehmt den Islam an zu eurer eigenen Rettung. Denn wenn Ihr sterbt, und Ihr habt den Islam nicht angenommen, dann werdet Ihr für Ewigkeit in die Hölle gehen und dort Qualen erleiden, die schlimmer sind als alle Qualen, die Ihr Euch überhaupt vorstellen könnt.
 
Ab ca. 11:20
Und auch Sie, Frau Merkel, [∅], ja, Sie stellen sich hier, Sie wollen ja einen Heiligenschein haben. Bei mir können Sie Keinen auf heilig machen, und ich sage Ihnen eins: Kehren Sie zum allmächtigen Gott zurück, und bitten Sie ihn um Verzeihung für Ihre Sünden.
 
Ab ca. 11:40
[Schlusspart: Man soll dem Vogel ein Gesetz nennen aus dem Grundgesetz, das im Konflikt mir der Sharia steht.]
 
 

Auch genau solcher Inhalte wegen
fand die Razzia statt !


 
 

Koran:  In Sure 9. Al-Taubah ist zu lesen:

Absatz 49 – gegen die Ungläubigen
«Unter ihnen ist so mancher, der spricht: "Erlaube mir (zurückzubleiben), und stelle mich nicht auf die Probe." Höret! ihre Probe hat sie ja schon ereilt. Und fürwahr, die Hölle wird die Ungläubigen einschliessen.»
 
Absatz 63 – gegen die, die den Phropheten kränken
«Wissen sie denn nicht, dass für den, der Allah trotzt und Seinem Gesandten, das Feuer der Hölle ist, darin er bleiben muss? Das ist die tiefste Demütigung.»
 
Absatz 68
«Allah hat den Heuchlern und Heuchlerinnen und den Ungläubigen das Feuer der Hölle verheissen, darin sie bleiben müssen. Das wird genug für sie sein. Allah hat sie verflucht, und ihnen wird eine dauernde Strafe:»
 
Absatz 73
«O Prophet, streite gegen die Ungläubigen und die Heuchler. Und sei streng mit ihnen. Ihr Aufenthalt ist die Hölle, und schlimm ist die Bestimmung!»
 
Absatz 81 – gegen Treulose
«Jene, die zurückgelassen worden waren, freuten sich ihres Daheimsitzens hinter dem (Rücken des) Gesandten Allahs und waren nicht geneigt, mit ihrem Gut und ihrem Blut für Allahs Sache zu streiten. Sie sprachen: "Zieht doch nicht aus in der Hitze." Sprich: "Das Feuer der Hölle ist stärker an Hitze." Wollten sie es doch verstehen!»
 
Absatz 95 – gegen Treulose
Sie werden euch bei Allah schwören, wenn ihr zu ihnen zurückkehrt, dass ihr sie sich selbst überlassen sollt. Überlasset sie also sich selbst. Sie sind ein Abscheu, und ihr Aufenthalt ist die Hölle, ein Entgelt für das, was sie sich selbst erwarben.
 

 

 

Dienstag, 21. September 2010

Schweizer Minarett: Nach Bewilligung erneutes Hickhack?

Nach dem das Schweizer Volk am 29. November 2009 der Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» zugestimmt hatte, erhielt die Islamische Glaubensgemeinschaft Langenthal nun trotzdem die Bewilligung zum Bau des geplanten Minaretts.

Begründung:
Weil die Stadt Langenthal die Baubewilligung bereits am 30. Juni 2009 erteilte, das Minarettverbot hingegen Monate später eingeführt wurde, wende man das «alte Recht» an.
Für die Minarette hatte sich im Juni 2010 ebenfalls der Europarat eingesetzt mit der Forderung an die Schweiz, das Bauverbot für Minarette aufzuheben, weil es die muslimische Gemeinde diskriminiere und die Religionsfreiheit verletze.
 
Während die Minarett-Gegner erwägen, gegen die Bewilligung Einsprache beim Berner Verwaltungsgericht einzulegen, sieht Mutalip Karaademi, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Langenthal, in darin ein «Sieg des Rechtsstaats».
Dass sich aus der neuen Situation ein weiteres Hickhack als unerfreuliche Never Ending Story entwickelt, ist absehbar.
Julia Onken (noch) abgeschirmt
Frau Julia Onken sieht in Minaretten offenbar immer noch Macho-Symbole und antwortete am 20.09.2010 im Bund rückblickend:

«Wenn man die Minarette erlaubt, ist das quasi eine staatliche Anerkennung der Unterdrückung der Frau.»

Dafür möchte die Feministin einen weitgehend weiblichen Bundesrat und meint im Hinblick auf die morgigen Wahlen:

«Für mich ist es das Selbstverständlichste der Welt, dass es fünf Bundesrätinnen gibt. So selbstverständlich, wie lange Zeit im Bundesrat nur Männer waren.»

Noch weiss niemand, wie die Sache ausgehen wird, doch schenke ich Frau Onken gerne fünf Minarette. Vielleicht gewöhnt sich die Dame bei Gelegenheit an Sakralbauten anderer Glaubensrichtungen.
 

Links


 

Mittwoch, 23. Juni 2010

Von Tripolis bis Teheran alle Krisen bewältigt

Etwas verspätet und etwas spät dran, aber es darf hier nicht fehlen! Gefunden über «Die Achse des Guten» The three Terrors am 22.06.10. Danke Michael Miersch.
 
Der Text basiert auf «Funiculi Funicula», gesungen von den Drei Tenören:
•Ahmedido DomingoAhmadinejad
•Erdogano Pavarotti Erdogan
•Assad CarrerasAssad

 

Fröhliches Singen über die Vorteile des Terrorismus

Ahmadinejad Erdogan Assad

 

Erdogan:
Ich sage - es ist Zeit, dass ich das Weltreich wieder einführe.
Lasst uns an die Arbeit gehen.
Alle: (Lasst uns an die Arbeit gehen!)
Weil in Europa jeder weiss, dass ich bloss ein Trottel bin.
Alle: (Er ist bloss ein Trottel)
 
Assad:
Und ich, der Serienkiller, der sein ganzes Leben
im Gefängnis verschwenden sollte,
Alle: (Au weia Au weia)
Um die Herzen der Medien der ganzen Welt zu erreichen,
Fanden wir den Weg.
Alle: (hurra)
 
Alle:
Terror, Terror, ist meine Tasse Tee.
Terror bringt uns Liebe und Sympathie.
Den Westen zu schlagen, die Einzigen zu sein
Von Tripolis bis Teheran.
Yalla Yalla, ya - Jihad ist süss, Jihad ist Fun.
 
Terror, Terror, damit überzeugst Du,
Cool und charmant zu sein wie ein Prinz
Den Westen zu schlagen, die Einzigen zu sein
Für Hisbollah und Erdogan.
Yalla Yalla, ya - Jihad ist süss, Jihad ist Fun.
 
Ahmadinejad:
So sei es, nun hat die UNO die Sanktionen verhängt.
(Ironisch) Oh mein Gott, oh mein …
Alle: (Oh mein Gott, oh mein …)
Gemeinsam stehen wir hier, keine Opposition,
Ich hängte sie hoch …
Alle: (er hängte sie hoch …)
Ich wünsche Obama für seine Geduld zu danken,
Für das Sich-dumm-Stellen
Alle: (Für das Sich-dumm-Stellen)
Weil ich jetzt ich den Seelenfrieden gefunden habe,
Mir die Atombombe (die Atombombe) zu bauen.
 
Alle:
Terror, Terror, ist meine Tasse Tee
Terror bringt uns Liebe und Sympathie.
Den Westen zu schlagen, die Einzigen zu sein
Von Tennessee bis Teheran
Yalla Yalla, ya – Jihad ist süss, Jihad ist Fun
 
Terror, Terror, führt uns zu allen Genüssen.
Terror macht euch alle in die Hosen pissen.
Den Westen zu schlagen, die Einzigen zu sein
Von Tennessee bis Teheran
Yalla Yalla, ya
Ich kipp' den Schalter und Du bist weg!
 

Eine etwas rasante und enorm freizügige Nachmitternachtsübersetzung


 

yalla ya Nasrallah - song

Das war einmal …

Links

Samstag, 22. Mai 2010

Islam: Mohammed auf der Couch

Am 21.05.2010 veröffentlichte die südafrikanische Zeitung Mail & Guardian unter dem Titel «Uproar over M&G Prophet Muhammad cartoon» (Aufruhr über M&G Prophet Mohammed-Karikaturen) eine sehr sinnige Mohammed-Karikatur des Karikaturisten Jonathan Shapiro. Der «Rat muslimischer Theologen» hatte vergeblich versucht, die Veröffentlichung der Grafik zu stoppen, und das ist auch gut so.

«… Ich glaube, es beleidigt den Islam mehr, wenn angenommen wird, die Muslime reagierten gewalttätig auf ein herausforderndes Bild, als wenn so ein Bild eben veröffentlicht wird …»
Nic Dawes, Chefredaktor der Mail & Guardian in Letter from the editor
 
«… Die diese Woche in der Mail & Guardian den Propheten Mohammed darstellende Karikatur hat sich zu einem Test gewandelt, zu einer Art unerbetenen Gelegenheit für Muslime, darüber nachzudenken, was sie glauben, warum sie es glauben, und wie man dafür kämpfen kann …»
Lham Rawoot, u.a. Bloggerin in The cartoon, the prophet and suburban radicals


 

Andere Propheten haben Anhänger mit einem Sinn für Humor! …

Mohammed auf der Couch

Andere Propheten haben Anhänger mit einem Sinn für Humor! …


 
Hat sich Nic Dawes entschieden, den Muslimen eben gerade keine Gewalttätigkeit zu unterstellen, schlagen diese mit der üblichen, die nichtmuslimische Welt bedrohenden Brutalität zurück: Fahnen werden verbrannt, es wird gedroht mit Mord und Totschlag, und dezent wird eine eventuelle Aktivität der Al-Qaida mit eingebaut.
 
Zurzeit unternimmt Pakistan einen Feldzug gegen angeblich zunehmenden gotteslästerlichen Inhalten. Als Konsequenz werden Portale und Plattformen gesperrt: YouTube und Facebook. Dazu werden die Zugänge Flicker und Wikipedia erschwert.

Missbrauch des Propheten

Google-Chef Eric Schmidt sagte am Freitag, er vermute die Unterdrückung politischer Kritik sei ein Faktor hinter der Aktion, YouTube und Facebook in Pakistan im Namen des Islam zu blockieren:

«… Ich bin immer misstrauisch gegen diese breiten Verbote. […] In jedem Fall, den wir prüften, gibt es einen offiziellen und einen andern Grund. Es gibt unheimlich viel an politischer Kritik, die sie gleichzeitig blockieren. …»


 
So wird munter agiert mit angeblicher Propheten-Beleidigung, selbst wenn gemäss theologischen Verständnisses Null und nichts und schon gar kein Prophet beleidigt ist.
 
Die Gewalt, mit der solch radikale Politiker ihre Völker in ein möglichst informationsfreies Korsett zwängen, wurzelt in der Angst um Machtverlust. So werden der Islam und der Prophet in einem Aufwasch kläglich missbraucht, und ganze Völkerscharen aufgehetzt zur reinen Machterhaltung einiger unbedarfter Religionsführer und Politiker.
Denke ich dabei an die simplen Gemüter einiger Schweizer Konvertiten, kriege ich dazu Verständnis für Frankreichs Verschleierungsverbot.

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Mittwoch, 28. April 2010

Modellfall:  Ein Konvertiten – «Dream Team»

Nicht jeder, der sich aufmacht, Religion als Abenteuer zu erleben, ist zum Abenteurer geeignet. Einigen genügt es, sich mit ihr interessant und abgehoben von der Allgemeinheit zu fühlen, und Gesetzen zu folgen, die im Heimatstaat als gesetzlos gelten. Wie traumhaft die Dinge des Lebens mit so einen Dream Team von Konvertiten enden können, sei im folgenden Modellfall skizziert.

Konvertiten – «Dream Team»

Konvertiten – «Dream Team» Links: Pierre Vogel (DE) rechts: Nicolas Blancho, (CH)

Ausgangslage

Pierre Vogel und Nicolas Blancho begeben sich, um den Islam noch besser kennenzulernen, für ein Jahr zusammen mit ihren Familien in den Iran. Die beiden Konvertiten betreiben eifrig ihre Studien, sind meist von ihren Familien getrennt, sorgen hingegen dafür, dass sich ihre Frauen nicht langweilen. Aus diesem Grunde befreunden sie sich möglichst rasch mit streng gläubigen weiteren Familien, die wiederum viele Freunde bis hin in die unteren Etagen des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad besitzen.

Die Tat

Alles verläuft glücklich, bis eines Abends eine der Frauen, hier Lisa genannt, mit dem einflussreichen iranischen Industriellen Hamid samt wenigen Leuten aus seinem Gefolge einen kulturellen Ausflug in die Provinz macht. Hamid kehrt spät abends alleine zurück, mit der Mitteilung, Lisa verbringe die Nacht bei einer Reisegruppe aus Deutschland und werde morgen direkt nach Hause gehen.
 
Lisa kommt hingegen nicht mehr nach Hause. Sie wird von treuen Gläubigen verletzt an einem Strassenrand gefunden und in ein kleines Regionalspital gebracht, wo sie klagt, von Hamid vergewaltigt und ausgesetzt worden zu sein. Ihr Kopftuch, das sie beim Weggehen getragen hatte, ist und bleibt verschwunden.
 
Als die Spitalleitung sich an Hamid wendet, streitet er die Vergewaltigung entrüstet ab, schaltet die islamische Religionspolizei ein und klagt Lisa bei Gericht an. Wie üblich setzt er sich danach telefonisch mit einigen Leuten der Regierungsspitze in Verbindung. Lisa wird verhaftet, ihr Ehemann über ihre Tat und ihren Aufenthaltsort informiert: Sie verbringt die folgenden Monate ohne weitere Einvernahme oder Anhörung in einem Provinzgefängnis.

Das Urteil

Das Gericht erkundigt sich über Lisas Ehemann und stellt fest, dass dieser im Land ein Weiterstudium absolviert, sich fundamental an die Worte des Koran hält und nichts gegen ihn vorzuwerfen ist.
Für eine Reisegruppe aus Deutschland zeigt das Gericht kein Interesse.
 
Es entscheidet sich nach der Schari´a für die Steinigung Lisas, wegen Unzucht, Ehebruch und falscher Beschuldigung gegen einen ehrenwerten und hoch angesehenen Staatsbürger.

Auseinandersetzungen

Lisas Ehemann
Interessant wird es, wenn Nicolas Blancho als Lisas Ehemann angenommen wird, hat er doch vor wenigen Tagen in der Schweiz verkündet, die Steinigung bedeute für ihn bloss ein Wert einer Religion. Dennoch besitzt er noch die Möglichkeit, sich für Lisa einzusetzen, er kann ihr verzeihen und sie von der Steinigung retten.
  • Wird er sein Gesicht für diesen Einsatz im Iran verlieren?
  • Wir er dafür sein Gesicht in der Schweiz verlieren?
  • Folgt er dem Wort des Koran?
  • Folgt er dem, was er unter Liebe versteht?

 
Der Staat Schweiz
Micheline Calmy-Rey

Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey 2008 mit Deco-Schleier in Teheran

Die Libyen-Krise mit Muammar al-Gaddafi und das Hickhack um Max Göldi könnten für die nun entstehenden Probleme bloss Silben des Vorworts bedeuten: Es ginge darum, die Todeskandidatin vor der Vollstreckung eines Scharia-Urteils zu bewahren.
 
Als pikant käme hinzu, dass die Schweizer Aussenministerin Calmy-Rey im Jahr 2008 in Teheran einen Erdgas-Liefervertrag für ein Schweizer Energieunternehmen unterzeichnete. – Ein Desaster.
 

Erinnerung an Atefah Sahaaleh

Ausführlich auf Wikipedia – Gesichtet am 31. Januar 2010

Atefah Sahaaleh (* 1988 in Neka, Iran; † 15. August 2004)
war eine 16-jährige Schülerin, welche erhängt wurde, nachdem man sie eine Woche zuvor mittels islamischer Rechtsprechung wegen Ehebruch und "unkeuschem Verhalten" zum Tode verurteilte. Das Mädchen gestand das "unkeusche Verhalten", indem sie unter Folter zugab, mehrfach vergewaltigt worden zu sein.
Die iranische Justiz hat keine Fehler in diesem Fall zugegeben.
Der verantwortliche Richter Rezai wurde inzwischen befördert.

Sonntag, 25. April 2010

Islam: Konvertiten eine Gefahr?

Nach Pierre Vogel aus Nordrhein-Westfalen Deutschland, wird die Schweiz nun durch Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats aus CH-Biel beehrt. Sowohl Blancho (Abdullah) als auch Vogel (Abu Hamza) sind Konvertiten und halten sich als Sunniten strikte an das Wort des Koran.

Grundsätzlich scheint Konvertiten Worttreue sehr hilfreich zu sein, denn, um eine andere Tradition und Religion sinn- und sachgemäss auslegen zu können, fehlt ihnen ein wesentliches Instrument: die echte Verwurzelung in der religiösen Kultur des Islam.
Dazu – das mag eine Unterschiebung sein, die ich hier gerne einbaue – ist eine fremde Religion für Konvertiten offenbar stets etwas Aufregendes und Spektakuläres, man fällt auf, und fühlt sich ganz besonders als etwas Besonderes, als Abenteurer eben.
 
Hugo Stamm am 23.04.2010 in Arena SF zu den Konvertiten:

«Man kommt in einen Kulturkreis, der stark religiös geprägt ist, und man will die Werte annehmen. Und gerade Konvertiten sind die Übereifrigen, identifizieren sich mit den neuen Werten. Sie haben das Problem, dass sie die alte Identität noch nicht ablegen konnten, aber in die neue hineinflüchten, weil sie dort noch gar nicht angekommen sind. Sie sind ein Stück weit wie sinnentleert, sie sind desorientiert.
Es handelt sich absolut um Indoktrination.
Glaube ist die stärkste menschliche Kraft, die es gibt, und wenn man sich der aussetzt und in einer Umgebung ist, wo das so gelebt wird, wird man infiziert.»


 

Keine Distanz zur Steinigung der Scharia

Der Präsident des Islamischen Zentralrats Schweiz, Blancho, will sich von der Steinigung als Todesstrafe der Scharia (religiöses Gesetz) nicht distanzieren mit der Begründung, die Steinigung sei ein Wert einer Religion.
 
Nebst der Tatsache, dass das Töten eins Menschen kein schützenswerter Bestandteil einer Religion oder Kultur sein kann, kommt er mit dem Anerkennen der Todesstrafe mit den Gesetzen europäischer Staaten in Konflikt: Sie ist zumindest zivilrechtlich in gesamt Europa abgeschafft.
 
Dazu die Basler Zeitung vom 24.04.2010 unter dem Titel:
«Nicolas Blancho: Spuren führen zu al-Qaida»

[ … ] Nach seinem umstrittenen Auftritt in der TV-Sendung «Arena» hat sich der Präsident des Islamischen Zentralrats der Schweiz, Nicolas Blancho, in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» dazu geäussert, warum er sich nicht von der Steinigung von Frauen distanziert: «Es hat keine Relevanz. Es ist für mich als Muslim ein Bestandteil, ein Wert meiner Religion», so Blancho. Man könne auch «von irgendjemand verlangen, dass er sich vom Zölibat distanziert. Oder von den Juden, dass sie sich vom Talmud distanzieren». [ … ]

Die Begriffe des Zölibats oder des Talmuds per se beinhalten weder das Töten von Menschen noch streben sie es an. Wer beide Begriffe für sich bejaht, steht weiterhin in Harmonie mit dem Gesetz, da kein Mensch dadurch zu Schaden kommt.
 
Die Sätze «Ich befürworte die Steinigung» oder «Ich befürworte die Genitalverstümmelung» sind hingegen darauf ausgerichtet, zum Tod oder zu hohem Schaden der Menschen zu führen. Und wer solche Inhalte verkündet, lehrt oder auf anderem Wege an Dritte übermittelt, steht mit europäischen Gesetzen in Konflikt und macht sich strafbar.
 
Sollten Straftatbestände wie Steinigung oder Genitalverstümmelung vom Koran vorgeschrieben sein, gehört das Buch verboten. Kein Gesetz eines europäischen Staates wird Inhalte zulassen, die den eindeutigen Schaden des Menschen beabsichtigen, also in keiner Weise der Glaubens- oder Meinungsbildung dienen.
 
Dazu kommt, dass sowohl die Steinigung als auch die Genitalverstümmelung eindeutige Vorbereitungshandlungen bedingen. Beide Delikte bestehen also aus Planung, Vorbereitung und Durchführung. Die Resultate liegen auf der Hand: Mord und schwere Körperverletzung unter Inkaufnahme des Todes.
 
Ebenso gehören verboten Vereine oder andere Gruppierungen, deren Satzungen, Statuten oder Glaubenssätze Strafdelikte beinhalten:

ZGB Art. 78
Die Auflösung erfolgt durch das Gericht auf Klage der zuständigen Behörde oder eines Beteiligten, wenn der Zweck des Vereins widerrechtlich oder unsittlich ist.


 

Das vorletzte Wort

Farhad Afshar: 23.04.2010 in Arena SF
Schweizer Soziologe iranischer Herkunft

«Der säkulare Staat ist religionsneutral. […]
Das Argument, das Volk dürfe alles, ist vollkommen falsch.
Das Volk steht nicht über den Grundwerten.
In einer Demokratie kann man spielend die Todesstrafe einführen, man kann spielend den Rassismus einführen, und trotzdem ist es inakzeptabel.
Die Menschenrechte, die Grundwerte stehen über dem Volkswillen, und auch der Volkswille hat seine Grenzen.
 
Es ist sein (des Bürgers) Problem, wenn er diese Auffassung (befürwortete Steinigung ?) hat. Vom Islam her lässt sich das nicht unbedingt rechtfertigen, denn im Islam haben wir die verschiedenen Rechtsschulen, aber es ist sehr wichtig zu sagen, dass für alle Moslem, die in der Schweiz leben, ein Vertragszustand besteht: Wer in die Schweiz gekommen ist, hat einen Vertrag unterschrieben, Aufenthaltsbewilligung, Visa oder was auch immer, und ein Vertrag ist religiös bindend. Das heisst, die Verfassung der Schweiz, die Gesetze der Schweiz sind für alle Moslems verbindlich.»


 

Die letzten Worte

Die verpasste Chance
Während der Karikaturenstreit tobte (2005 und folgende Jahre) wurde in der westlichen Welt eindrücklich demonstriert, wie schnell der Prophet und damit seine Gläubigen beleidigt sind. Dabei besässen die Konvertiten der westlichen Welt die grosse Chance, den Islam neu auszulegen, ihn so anzupassen an die Ansprüche einer weltweiten Gegenwart.
 
Es stellt sich in der Tat die Frage, was den Propheten beleidigt: einige kritische Bilder über ihm oder das Verharren der Auslegungen seiner Worte in archaischen Zeiten fern aller Menschenrechte.
 

«Hurra, wir kapitulieren!»
Henryk M. Broder: 8. Auflage 2006 – wjs-Verlag - Seite 41/42

Hurra, wir kapitulieren!
« … wagte es der Chefredakteur der jordanischen Zeitung Shihan, die richtigen Fragen zu stellen:
«Wer beleidigt den Islam eigentlich mehr? Ein Ausländer, der den Propheten darstellt, oder ein Muslim, der mit einem Sprengstoffgürtel bewaffnet auf einer Hochzeitsfeier in Amman ein Selbstmordattentat durchführt?»
Noch bevor ihm irgendjemand antworten konnte, war er schon gefeuert.»
 

Links

Montag, 25. Januar 2010

Minarett: Nicht dumm aber klar durchgefallen

Es war voraussehbar: Nach dem Minarett-Desaster folgt nun jenes zwischen den Dummen und Intellektuellen, oder, um allfälliger Überheblichkeit die Spitze zu nehmen, jenes zwischen den Informierten und den Besser-Informierten.

Hätte man die JA-Stimmer gefragt, was denn ein Minarett sei, hätten sie gemäss ihrer fürchterlichen Angst vor diesen Bauten mit «Islam» antworten müssen und wären bei dieser Prüfungsfrage klar durchgefallen.

Was ist ein Minarett ?

falsch
korrekt
 
Wenn die Angst der JA-Stimmer vor dem die Schweiz überschwemmden Islam derart gross war, hätten diese Angsthasen auf Schritt und Tritt über Muslime stolpern müssen. Bei denen hätten sie sich denn auch direkt nach Minaretten erkundigen können, statt sich à discrétion durch Panik-Tiraden aus dem rechten Lager versorgen zu lassen.
 
Nachträglich zu jammern, man hätte nichts gegen Muslime, hingegen was gegen den Islam, ist denn schon sehr grenzwertig: Ein Muslim ist ein Islamgläubiger, und der Islam lebt durch die Muslime.
 
Wer zwischen einer Burka, der Unterdrückung von Frauen oder Genitalverstümmelung und einem Minarett nicht unterscheiden kann, ist in der Tat arm dran. Und jene, die mit ihrer JA-Stimme ein «Zeichen setzen wollten», haben eben ein schlechtes Zeichen gesetzt.

Die Krux ist der Informationsmangel

Sich über das Abstimmungsobjekt gründlich zu informieren ist ein notweniger Akt der Fairness gegenüber der Sache und den andern Abstimmenden. Einen Egotrip zu lancieren, bloss weil er angeblich wirtschaftlich keinem direkt schadet, kann – wie gehabt - sehr trügerisch sein.
 
Das wichtigste ist, Informationslücken zu schliessen. Damit kann auch ein gewisses Bildungsgefälle ausgeglichen werden. Damit solches gelingt, sollten den Abstimmenden Informationen in angemessener Weise bereitgestellt werden.
 
Das bedingt wiederum eine klare Sicht auf den Initiativtext, bevor dieser veröffentlicht wird. Dazu ist es unabdingbar, im Zuge emotionaler Abstimmungsinhalte, rein der Verhetzung dienende Beiträge zu kennzeichnen oder zu eliminieren.
 
Ein Teil solcher Ansprüche wird im «Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung» (PDF-Datei) geregelt. Dazu der Link zu Wikipedia
 
Da steht in Artikel 7:

Die Vertragsstaaten verpflichten sich, unmittelbare und wirksame Massnahmen, insbesondere auf dem Gebiet des Unterrichts, der Erziehung, Kultur und Information, zu treffen, um Vorurteile zu bekämpfen, die zu Rassendiskriminierung führen, zwischen den Völkern und Rassen- oder Volksgruppen Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zu fördern sowie die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Erklärung der Vereinten Nationen über die Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung und dieses Übereinkommens zu verbreiten.


 

Minarette gibt's auch in Nevada / USA

Man hätte sich das Zutexten durch die Schweizer SVP samt der ganzen Kuhglocken-Beschallung tatsächlich ersparen können ... In der Nähe dieses Gebirges stürzte im September 2007 Steve Fossett ab. Tausende von Usern hatten ihn über Google earth gesucht.
 

Weitere Links zum Thema

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Minarette: Bleiben Sie beim Käse und ...

Die Debatte in «Hart aber Fair» mit dem Titel «Schock-Entscheidung zum Minarettverbot -wie tief sitzt die Angst vor dem Islam?» [ARD vom 02.12.2009] war enttäuschend. Die Frage nach der Angst der Bürger vor dem Islam wurde kaum beachtet.

Zum Titel:
Er kommt aus der Stimme eines Mannes von der Strasse, der den Schweizer Entscheid zum Verbot des Minarettbaus kommentierte:
«Liebe Schweizer, bleiben Sie beim Käse und lassen Sie die Minarette in Ruhe.»

Selbst die wenigen Einspielungen von Bürgern versetzten diese eher in die Rolle von Statisten, denen man sich alibimässig noch rasch etwas widmen musste. Dazu wurden alte Themen und Vorurteile aufgetischt. Selbst die kleine Flaxerei zwischen Michel Friedman und Frank Plasberg frischte den eingeschlagenen Pfad der Ereignislosigkeit nicht auf.
 

Ghettoisierung im Industriegebiet statt Integration

Als wichtig erscheint mir die während der Integrationsdebatte dargestellte Tatsache, dass Muslime, die ihre Moschee als Gebetsraum in unschöne und verschmutzte Industriegebiete auslagern müssen, für wenig Transparenz sorgen können und so auch noch in die Ecke des Obskuren gedrängt werden.
 
So können sich Menschen, die teilweise aus weiter Ferne zu uns in eine ihnen fremde Kultur kommen, niemals wohlfühlen und werden sich stets als ausgegrenzt empfinden.
 
Hier ist anzusetzen als einer der Schritte zur Integration: Im Städtebau. Erhält ein Sakralbau seinen ordentlichen Platz in der Gesellschaft, fühlt sich der Muslim willkommen geheissen und entsprechend geehrt.
 
Ähnliches schieb ich hier am 15.11.2009:

«Eine für die Muslime akzeptierbare Sakralarchitektur kann durchaus unter den Koran-Gläubigen in der christlichen Kultur für Entspannung sorgen und damit einen offeneren Blick des Islam in die Welt bewirken.
 
Ein Minarett in der europäischen Diaspora erfüllt seine Funktion nicht mehr voll, kann aber zumindest als Symbol an einem Gebetshaus oder einer Moschee für Muslime Halt und mentales Zuhause bieten.»

Vergangene schwerwiegende Biografien der Muslime

Vollkommen vermisst habe ich in der Debatte die Frage nach den Befindlichkeiten der Muslime, wenn sie in unsere Länder kommen. Aus welchen Situationen kommen sie? Aus Kriegsgebieten? Aus Hunger, Vergewaltigung, Folter, Unterdrückung, Lebensgefahr, etc.? Welche Gräuel haben diese Menschen eventuell schon durchgestanden?
 
Keiner der Debattierenden stellte die Frage, ob die Muslime nicht Angst vor uns haben könnten, ob eine gewisse Form der Ghettoisierung sie in ihrem Selbstverständnis weiter lähmen könnte.

Gäste von Frank Plasberg

«Fragmente» sind hier sinngemässe Zitate.

Aiman Mazyek Aiman Mazyek
Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland
 
Fragmente:
  • Eine Religionsgemeinschaft ist selbstbestimmend.
  • Petrodollars sind in Schweiz beliebt, Muslime hingegen nicht.
  • Empfehlung: Schweizer sollen zurück zu Toleranz und Freiheit.
  • Rechtspopulisten liessen Volk auf Leim gehen.
  • Die Schweizer sollen nochmals abstimmen.
  • Es ist unser existentielles Interesse, Probleme zu lösen und uns mutig der Intoleranz stellen.
  • Bei uns läuft falsch: wir sind zu wenig optimistisch und offensiv.
  • Muslime verspüren Diskriminierung, haben Angst und ziehen sich ins Ghetto zurück.
  • Der Islam ist anpassungsfähig. Das sahen wir, als wir während des Ramadan in deutschen Fussball-Ligen organisierten.
  • Vieles wird islamisch ausgelegt, was gar nicht islamisch ist.
  • Verbote von Klassenfahrten haben nichts mit dem Islam zu tun.
  • Eltern, die Kindern gewisse Dinge verbieten, sind in winziger Minderheit. Sie werden hingegen immer als Negativ-Beispiele angeführt. Das ist Desinformation.
  • Wir sind Muslime in Deutschland. Wir sind nicht verantwortlich, was andere muslimische Länder tun. Meine Mittel, in anderen Ländern einzuschreiten, sind minimal gering.
  • Es wird nicht über Lösungsvorschläge zur Integration gesprochen.
  • Zwangsheirat und Genitalverstümmelung haben mit Islam nichts zu tun.
 
Michel Friedman Michel Friedman
Journalist und Moderator
 
Fragmente:
  • In Deutschland sind andere Religionen toleriert, anders als in totalitären islamischen Ländern.
  • Eine Tschador-Trägerin erinnert assoziativ an Terrorismus.
  • Es wurde über mehr abgestimmt, als nur über das Minarett.
  • Die Schweiz hat Brücken niedergerissen, das ist falsch.
  • Wir brauchen Integration. 15% der deutschen Bevölkerung reden rassistisch und antisemitisch.
 
Bärbel Höhn Bärbel Höhn
Stellvertretende Fraktionschefin der Grünen
 
Fragmente:
  • Menschen, die mit Muslimen Kontakt pflegen, haben das Verbot abgelehnt.
  • Wer die Wirklichkeit kannte, stimmte anders ab, als weltfremde Bürger.
  • Man sollte allgemeine Hassaussagen vermeiden und die guten Erfahrungen als Vorlage nehmen.
  • Ein Minarett-Verbot verkehrt auf einem Niveau, das nie zu Integration führt.
 
Wolfgang Bosbach Wolfgang Bosbach
Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages (CDU)
 
Fragmente:
  • Wir haben viele Menschen aus anderen Kulturkreisen. Die müssen sich anpassen.
  • Minarette sind Symbole.
  • Christen sollen in islamischen Ländern auch tolerant behandelt werden.
  • Alle verschiedenen Religionen und Kulturen in einem Land müssen sich anpassen.
  • Sakralbauten sollen sich ins übrige Stadtbild einfügen.
  • Wir müssen Integrationsleistungen von Einwanderern erwarten dürfen.
 
Roger Köppel Roger Köppel
Der Chefredakteur der Schweizer «Weltwoche» hat für das Minarettverbot gestimmt.
 
Fragmente:
  • Es gibt kein Recht auf ein Minarett.
  • Die Volksabstimmung ist uraltes Recht.
  • Den Entscheid zu revidieren wäre ein politisches Problem.
  • Das Minarett wird in Schweiz als Ausdruck des politischen Islam gesehen.
  • Zwangsheirat, Genitalbeschneidung etc, das macht den Leuten Angst.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Islam: «Hart aber fair» heute in ARD nicht verpassen

Die Schock-Entscheidung zum Verbot des Minarettbaus in der Schweiz sorgt weltweit für Entrüstung, Wut, Enttäuschung. Da die Erhebungen vor der Abstimmung vollkommen falsche Zahlen lieferten, geht man nun auch deshalb davon aus, es sei die Angst des Stimmvolkes gewesen, vorher über seine schliessliche Entscheidung wahrheitsgetreu zu informieren.

Die ARD versucht, heute 21:45 bis 23:00 Uhr in der Sendung «Hart aber fair» unter dem Titel «Schock-Entscheidung zum Minarettverbot - wie tief sitzt die Angst vor dem Islam?» dieser Angst nachzugehen.
 
Ich frage mich ernsthaft, ob diese «Angst vor Islamisierung» nicht bloss ein Vorwand der Bürger ist, aus dem Zustand einer gewissen Verzärtelung heraus, schlichte Fremdenfeindlichkeit und Unvereinbarkeit der Kulturen und Religionen zu praktizieren.
 
Selbst die Initianten der Minarett-Verbot-Initiative machten direkt öffentlich, einer Islamisierung entschieden entgegentreten zu wollen. Die Minarette waren also bloss ein «Aufhänger».
 
Dazu kommt, dass, wer wirklich bewusst abstimmen wollte, sich mit den Themen «Minarettbau» und «Islam als Weltreligion» längst hätte auseinandersetzen können und sollen.

Wir leben im Zeitalter der Information und Mobilität.

Was unternehmen eigentlich Touristen, wenn sie in «ferne warme Länder» verreisen? Unter welchen Gesichtspunkten schauen sie sich dortige Kultur und Kulturbauten an?
 
Die meisten der JA-Stimmenden sind angeschlossen ans Internet. Was ums Himmels Willen unternehmen sie eigentlich in diesem Netz? Auch hier bestanden viele Möglichkeiten, sich mit dem Islam und dessen Sakralbauten auseinanderzusetzen.
 
Und schliesslich: Wer von den JA-Stimmenden hat schon mal im Koran gelesen?
Den gibt’s auch im Taschenbuch-Format und in deutscher Sprache!

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